Mezzanine selber bauen: Der ultimative Guide vom Profi (ohne Blabla)
Meine erste Mezzanine habe ich vor über zwanzig Jahren gezimmert. Das war für einen Kunden in einer alten Pariser Altbauwohnung mit diesen traumhaft hohen Decken. Seitdem habe ich als Tischler und Innenausbauer so ziemlich alles gesehen. Projekte, die bombenfest und durchdacht waren. Und ehrlich gesagt auch solche, bei denen ich am liebsten rückwärts wieder rausgegangen wäre.
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Denn eine Mezzanine ist nicht nur ein Hochbett. Es ist ein echtes kleines Bauprojekt, bei dem es um deine Sicherheit geht.
Klar, im Internet sehen die Bilder immer fantastisch aus. Super inspirierend, keine Frage. Aber diese Hochglanzfotos zeigen dir nie die massive Struktur, die sich hinter der Gipskartonplatte oder dem schicken Parkett versteckt. Sie reden nicht über Lasten, die richtigen Dübel oder die Statik. Mein Ziel hier ist es nicht, dich mit Ingenieurs-Kram zu langweilen. Ich will dir einfach nur das weitergeben, was ich über die Jahre auf der Baustelle gelernt habe – damit dein Projekt ein voller Erfolg wird und du nachts ruhig schlafen kannst.

Das Fundament: Mehr als ein Möbelstück
Der allergrößte Fehler ist, eine Mezzanine wie ein riesiges Möbelstück zu betrachten. Falsch. Eine Mezzanine ist eine Erweiterung deines Bodens. Sie muss ihr Eigengewicht tragen, also die Balken, den Bodenbelag, das Geländer. Das nennen wir Profis die ständige Last. Viel wichtiger ist aber, was obendrauf kommt: du, deine Möbel, Bewegung. Das ist die Nutzlast oder Verkehrslast.
In Deutschland rechnen wir im Wohnungsbau mit einer Nutzlast von mindestens 150 kg pro Quadratmeter. Das klingt erstmal viel, aber überleg mal: Zwei Erwachsene, ein Bett, ein Nachttisch… da kommt man schnell hin. Und diese Last muss sicher an die tragenden Wände weitergeleitet werden.
Finde die richtige Wand
Das ist der absolute Startpunkt. Woran soll das Ganze eigentlich hängen?
- Die tragende Wand: Das ist der Jackpot. Meistens aus Beton, Vollziegeln oder Kalksandstein. Sie ist dafür gemacht, Lasten aufzunehmen. Du erkennst sie oft an ihrer Dicke (meist über 15 cm) und am satten, dumpfen Geräusch, wenn du dagegen klopfst.
- Die leichte Trennwand: Oft aus Gipskartonplatten (der Klassiker) auf einem Metall- oder Holzständerwerk. Achtung! Eine solche Wand kann absolut nichts tragen. Es ist grob fahrlässig, hier die Hauptstruktur einer Mezzanine zu befestigen. Eine Leiste für den Abschluss, okay. Aber niemals den tragenden Wandbalken.
Einer meiner Azubis wollte mal einen Hauptbalken in eine Gipskartonwand schrauben. Ich hab ihn gerade noch rechtzeitig gestoppt. Diese Lektion hat er nie wieder vergessen. Im Zweifelsfall bohrst du an einer unauffälligen Stelle ein kleines Loch, um zu sehen, was dahintersteckt.

Material & Kosten: Das Skelett deines Projekts
Holz ist und bleibt der Favorit für Mezzaninen im Privatbereich. Es ist stark, lässt sich gut bearbeiten und bringt einfach eine tolle Atmosphäre. Aber nicht irgendein Holz und vor allem nicht in irgendeiner Dimension.
Die Tragstruktur: Wandbalken und Deckenbalken
Das ist das Skelett. Es besteht aus einem Wandbalken (auch Pfette genannt), der an der Wand befestigt wird, und den Deckenbalken (Soliven), die darauf aufliegen und den Raum überspannen.
Für die Struktur nimmt man meistens Nadelhölzer wie Fichte oder Douglasie. Die bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Eiche ist natürlich wunderschön und extrem stabil, aber auch deutlich schwerer und teurer. Das ist eher was für absolute Liebhaberprojekte.
Um dir mal ein Gefühl zu geben, hier ein paar gängige Maße aus meiner Praxis:
- Bei einer Spannweite von 3 Metern kannst du mit Balken von 75×200 mm planen, die du im Abstand von etwa 40 bis 50 cm verlegst.
- Bei 4 Metern Spannweite musst du schon dicker auftragen. Da reden wir schnell von 75×225 mm oder sogar 100×300 mm, je nach erwarteter Last.
Das sind aber nur grobe Richtwerte! Bei größeren Spannweiten oder Unsicherheiten ist ein Statiker Pflicht. An der Dicke der Balken zu sparen, ist die dümmste Idee überhaupt. Ein Balken, der sich durchbiegt, bedeutet, dass die ganze Struktur instabil und gefährlich wird.

Was kostet der Spaß? Ganz grob über den Daumen gepeilt, rechne mal mit reinen Materialkosten zwischen 80 € und 150 € pro Quadratmeter. Das hängt stark von der Holzart und dem Bodenbelag ab. Lässt du es vom Profi machen, bist du schnell bei 400 € pro Quadratmeter und aufwärts, dafür aber mit Garantie und Versicherung.
Die Befestigung: Die Lebensader zur Wand
Die stärkste Struktur ist wertlos, wenn die Befestigung versagt. Das ist, als würde man einen Porsche-Motor mit Kabelbindern einbauen.
- In Beton oder Vollstein: Hier nimmt man Schwerlastanker oder massive Schlüsselschrauben mit passenden Dübeln (z.B. von Fischer oder Würth). Ich setze alle 50 bis 60 cm eine Befestigung. Wichtig: sauber bohren, das Bohrloch gut aussaugen und die Schraube fest anziehen, aber nicht so brutal, dass das Holz reißt.
- In Hohlblocksteinen oder altem Gemäuer: Das ist knifflig. Hier ist Injektionsmörtel (auch chemischer Dübel genannt) oft die einzige sichere Lösung. Man spritzt eine 2-Komponenten-Harzmasse mit einer Siebhülse ins Bohrloch und steckt dann eine Gewindestange hinein. Wenn das aushärtet, ist es bombenfest. Eine Kartusche kostet um die 20-30 €, aber hier zu sparen ist Wahnsinn.

Der Boden: Deine neue Lebensfläche
Sobald das Skelett steht, kommt der Boden drauf.
- OSB-Platten: Die Standardlösung. Nimm OSB/3 oder OSB/4 in 18 mm oder besser 22 mm Stärke. Die Platten sind stabil, recht günstig (ca. 10-15 €/m² im Baumarkt) und eine perfekte Grundlage für Parkett, Vinyl oder Teppich.
- Massivholzdielen: Aus Kiefer oder Fichte. Sieht natürlich viel schöner aus und kann direkt als fertiger Boden genutzt werden. Wird direkt auf die Balken geschraubt oder genagelt. Der Geruch von frischem Holz… unbezahlbar.
Kleiner Profi-Tipp: Zwischen die Balken und die Bodenplatten lege ich oft ein Entkopplungsband (eine dünne Filz- oder Korkschicht). Das verhindert später nerviges Knarren beim Gehen. Ein winziges Detail mit riesiger Wirkung im Alltag.
Profi-Tricks, die den Unterschied machen
Die Qualität einer Mezzanine steckt im Detail. Das sind die Dinge, die man mit der Zeit lernt.
Vorbereitung ist alles
Bevor das erste Loch gebohrt wird, muss alles perfekt an der Wand angezeichnet sein. Ich benutze dafür einen Kreuzlinienlaser, um eine 100% waagerechte Linie zu haben. Die goldene Regel „zweimal messen, einmal sägen“ gilt hier doppelt und dreifach. Ein paar Millimeter Fehler am Anfang können am Ende mehrere Zentimeter ausmachen.

Das Skelett zusammenfügen
Um die Deckenbalken am Wandbalken zu befestigen, benutzt man Balkenschuhe aus Metall. Das ist sauber, extrem stabil und garantiert perfekte Abstände. Wichtig ist, dafür spezielle Kammnägel oder Ankerschrauben zu verwenden, keine normalen Holzschrauben. Diese Verbinder sind geprüft und für bestimmte Lasten zugelassen. Die Balken einfach nur schräg zu verschrauben ist riskant und nicht fachgerecht.
Die Sache mit der Kopfhöhe
Eine gute Mezzanine ist eine, auf der man sich wohlfühlt – oben wie unten.
- Unten: Mindestens 2 Meter, besser 2,10 m. Du willst ja aufrecht gehen können, ohne dich zu ducken.
- Oben: Mindestens 90 cm zwischen Boden und Decke. Das ist das absolute Minimum, um im Bett aufrecht sitzen zu können. Weniger fühlt sich schnell wie ein Sarg an.
Das bedeutet, du brauchst eine Gesamthöhe von mindestens 3,20 m (2,10 m unten + ca. 0,20 m für die Struktur + 0,90 m oben) für ein wirklich komfortables Ergebnis. Man kann ein bisschen schummeln, aber unter 3 Meter Gesamthöhe wird das Projekt sehr eng.

Sicherheit geht vor: Geländer und Treppe
Dieser Punkt ist nicht verhandelbar. Hier passieren die schlimmsten Unfälle. Ich habe Geländer gesehen, die mit zwei Spax-Schrauben im Gipskarton hingen. Das ist kriminell.
Das Geländer: Dein Schutzengel
Die Norm ist da glasklar: Ab einer Absturzhöhe von einem Meter ist ein Geländer Pflicht. Es muss mindestens einen Meter hoch sein und bombenfest in der Tragstruktur der Mezzanine verankert werden, nicht nur im dünnen Bodenbelag.
Wenn du senkrechte Stäbe verwendest, darf der Abstand nicht mehr als 11 cm betragen, damit kein Kinderkopf durchpasst. Waagerechte Streben sind problematisch, weil sie wie eine Leiter wirken und zum Klettern einladen.
Der Aufstieg: Leiter oder Treppe?
Die klassische Mühlenleiter ist platzsparend, aber steil und im Alltag unpraktisch, vor allem mit etwas in der Hand. Die ist eher was für einen selten genutzten Schlafplatz.
Für den täglichen Gebrauch ist eine richtige Treppe immer die bessere Wahl:
- Die Spartreppe (oder Sambatreppe): Ein genialer Kompromiss. Sie ist steil, aber durch die versetzten Stufen relativ bequem zu gehen und braucht kaum Platz.
- Die viertelgewendelte Treppe: Deutlich komfortabler und sicherer. Man kann den Platz darunter oft perfekt für Stauraum nutzen.
Egal was du wählst: Ein Handlauf ist Pflicht, um auch nachts sicher hoch- und runterzukommen.

Ein kleiner Trick, der schon oft geholfen hat: Bevor du eine Treppe kaufst, klebe ihre Grundfläche mit Malerkrepp auf den Boden. Du wirst überrascht sein, wie viel Platz sie in der Realität wirklich einnimmt!
Selber machen oder machen lassen?
Das ist die Gretchenfrage. Eine Mezzanine ist kein IKEA-Regal.
Das DIY-Projekt
Wenn du ein erfahrener Heimwerker bist, das richtige Werkzeug hast (Bohrhammer, starker Akkuschrauber, Handkreissäge, Laser-Wasserwaage…) und die Prinzipien der Lastenverteilung verstanden hast, dann ist das machbar. Aber sei ehrlich zu dir selbst. Hast du jemanden, der dir hilft, die schweren Balken zu heben?
Plane für ein Projekt von ca. 10-12 m² als geübter Heimwerker mindestens zwei bis drei volle Wochenenden ein, ohne Anstrich und Finish.
Wann du einen Profi rufen solltest
Ich rate dir dringend zu einem Fachmann, wenn:
- die Spannweite über 3,50 Meter liegt.
- du dir bei der Beschaffenheit der Wände unsicher bist.
- das Projekt komplex ist (z.B. L-Form).
- du einfach ein ungutes Gefühl hast.
Ein Profi übernimmt die Verantwortung, gibt dir eine Garantie und hat eine Versicherung. Ja, das kostet Geld. Aber deine Sicherheit hat keinen Preis.

Und noch was: Vergiss den Papierkram nicht! Da es sich um eine strukturelle Änderung handelt, ist oft eine Bauanzeige oder sogar eine Genehmigung vom örtlichen Bauamt nötig. Ein kurzer Anruf dort vorab erspart dir eine Menge Ärger.
Ach ja, und das Thema Strom: Wenn du oben Licht oder eine Steckdose planst, ist das ein Job für einen Elektriker. Bitte keine Experimente!
Ein letztes Wort: Eine gut geplante Mezzanine ist eine fantastische Aufwertung für deine Wohnung. Eine improvisierte Bastelei ist eine tickende Zeitbombe. Nimm dir die Zeit, plane sorgfältig und spare nicht an der Struktur. Das ist der beste Rat, den ich dir nach all den Jahren geben kann.
Bildergalerie


Der Griff zum richtigen Holz ist entscheidend. Während einfaches Kantholz aus dem Baumarkt für kleine Projekte reicht, sollten Sie für die tragende Struktur einer Mezzanine auf sogenanntes Konstruktionsvollholz (KVH) oder Brettschichtholz (BSH) setzen. Dieses Holz ist technisch getrocknet, formstabiler und auf eine definierte Festigkeit geprüft. Das bedeutet weniger Verzug über die Jahre und eine deutlich höhere Belastbarkeit – die unsichtbare Lebensversicherung Ihrer Konstruktion.

- Leiter: Die platzsparendste Lösung. Ideal für reine Schlafebenen und kleine Räume. Kann bei Nichtgebrauch oft senkrecht an die Wand gestellt werden.
- Treppe: Deutlich komfortabler und sicherer, besonders wenn man mal etwas in der Hand hat. Benötigt aber eine wesentlich größere Grundfläche. Eine platzsparende Alternative ist die Sambatreppe mit versetzten Stufen.

Die magische Zahl: Planen Sie sowohl auf als auch unter der Mezzanine eine lichte Höhe von mindestens 2,00 Metern ein, wenn die Bereiche vollwertig genutzt werden sollen. Alles darunter fühlt sich schnell beengt an. Für eine reine Schlafebene reichen oben auch 1,20 Meter, um bequem sitzen zu können – aber der Bereich darunter muss dann trotzdem nutzbar bleiben.

Eine Person, die aus 50 cm Höhe auf den Boden springt, erzeugt für einen winzigen Moment eine dynamische Last, die dem Vier- bis Fünffachen ihres Körpergewichts entspricht.

Der Bodenbelag ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern auch des Gewichts und des Gefühls. Er beeinflusst die Akustik und die wahrgenommene Wertigkeit des neuen Raumes.
- OSB-Platten: Die pragmatische und günstige Basis. Ideal, wenn später Teppich oder ein anderer Belag darauf kommt. Roh belassen verleihen sie einen industriellen Loft-Charakter.
- Rauspund (Dielen): Echtes Holz sorgt für eine warme, wohnliche Atmosphäre. Es knarzt charmant und fühlt sich barfuß einfach besser an. Achten Sie auf eine ausreichende Stärke (mindestens 21 mm).

Wie bekomme ich Licht und eine Steckdose auf die Mezzanine, ohne dass es nach Baustelle aussieht?
Die eleganteste Lösung ist, die Elektroplanung von Anfang an mitzudenken. Leerrohre können direkt in der Holzkonstruktion oder hinter einer Verkleidung versteckt werden. Eine stilvolle Alternative sind Textilkabel, wie die von Marken wie ‘Creative-Cables’, die bewusst sichtbar verlegt werden und zum Designelement werden. Für eine simple Leseleuchte reicht oft auch eine Akku-Lampe oder eine smarte Lösung wie die Philips Hue Go.

Geländer aus Holz oder Gipskarton: Schafft eine klare visuelle Trennung und wirkt wie eine echte Wand. Bietet mehr Privatsphäre und Schallschutz, kann den Raum aber auch optisch verkleinern.
Offenes Stabgeländer oder Glas: Lässt Licht durch und erhält die Großzügigkeit des Raumes. Stahlseile oder Glaspaneele (Sicherheitsglas!) wirken modern und leicht, während Holzstäbe klassisch bleiben. Die Wahl beeinflusst maßgeblich das Raumgefühl.

Der Mensch fühlt sich instinktiv in erhöhten, geschützten Positionen wohl, von denen aus er einen Raum überblicken kann. Psychologen nennen dies das „Prospect-Refuge“-Prinzip.
Ihre Mezzanine ist also mehr als nur zusätzlicher Platz. Sie ist ein Rückzugsort, der ein tief verankertes Bedürfnis nach Geborgenheit und Übersicht erfüllt. Genau deshalb wird die gemütliche Ecke auf der Empore oft zum Lieblingsplatz im ganzen Haus.


- Ein leises, gedämpftes Auftreten, auch wenn oben jemand geht.
- Kein störendes Knarzen, das die Ruhe im unteren Bereich stört.
- Eine spürbar solidere und hochwertigere Anmutung der gesamten Konstruktion.
Das Geheimnis? Eine dünne Lage Trittschalldämmung, zum Beispiel aus Kork oder Filz, die zwischen die Balkenlage und den sichtbaren Bodenbelag gelegt wird. Eine kleine Maßnahme mit riesiger Wirkung auf den Wohnkomfort.

Der größte Fehler bei der Befestigung: Standard-Spax aus dem Baumarkt für tragende Verbindungen zu nutzen. Das ist grob fahrlässig. Investieren Sie unbedingt in bauaufsichtlich zugelassene Konstruktionsschrauben. Marken wie SPAX (z.B. mit Tellerkopf) oder Heco (Heco-Topix-Serie) bieten Schrauben, deren Belastbarkeit exakt berechnet ist. Der höhere Preis ist eine minimale Investition in Ihre Sicherheit.

Licht ist der Schlüssel, damit Ihre Mezzanine nicht zur dunklen Höhle wird. Anstatt einer einzelnen Deckenleuchte sollten Sie in Ebenen denken. Integrierte LED-Strips unter den Balken oder entlang des Geländers schaffen indirektes, weiches Grundlicht. Eine gezielte Leseleuchte, etwa eine klassische Artemide Tolomeo, sorgt für Funktionslicht. Und Strahler, die von der Mezzanine nach unten leuchten, verhindern, dass der darunterliegende Raum zur Schattenzone wird.

Muss ich für meine Mezzanine eine Baugenehmigung einholen?
Das hängt stark von der Größe und der Landesbauordnung ab. Eine Faustregel: Solange die Mezzanine klar den Charakter eines Möbelstücks hat (z.B. ein Hochbett) und einen kleinen Teil der Raumfläche einnimmt, ist sie meist genehmigungsfrei. Sobald sie aber einen erheblichen Teil des Raumes überspannt, als dauerhafter Aufenthaltsraum gilt oder die Statik des Gebäudes berührt, kann eine Genehmigungspflicht bestehen. Ein kurzer, unverbindlicher Anruf beim lokalen Bauamt schafft Klarheit und schützt vor bösen Überraschungen.

Holz ist hygroskopisch. Das bedeutet, es nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie wieder ab. Eine massive Holzbohle kann ihre Breite je nach Jahreszeit und Luftfeuchtigkeit um mehrere Millimeter verändern.
Was bedeutet das für Ihr Projekt? Planen Sie bei der Verlegung von Holzdielen immer eine kleine Dehnungsfuge zur Wand ein (ca. 1-1,5 cm). So kann das Holz arbeiten, ohne dass es zu Spannungen oder unschönen Wölbungen kommt.

Der Raum unter der Mezzanine wird oft vernachlässigt. Machen Sie ihn zur bewusst gestalteten Zone! Ein perfekt passender Arbeitsplatz, eine gemütliche Leseecke mit einem weichen Sessel oder eine maßgefertigte Schrankwand nutzen den Platz optimal. Eine gute Beleuchtung ist hier entscheidend, um eine dunkle, drückende Atmosphäre zu vermeiden. Flache LED-Panels an der Unterseite der Mezzanine sind hierfür ideal.

Warme Luft steigt nach oben. Das bedeutet, dass es auf Ihrer Mezzanine im Sommer schnell stickig und warm werden kann. Sorgen Sie für Luftzirkulation. Ein kleines Dachfenster in der Nähe ist der Idealfall. Alternativ kann ein leiser Deckenventilator, der im unteren Bereich montiert ist, die Luft im ganzen Raum umwälzen und für ein angenehmeres Klima sorgen – oben wie unten.

Geöltes Holz: Die Behandlung mit einem Hartwachs-Öl (z.B. von Osmo oder WOCA) erhält die natürliche Haptik und Optik des Holzes. Die Poren bleiben offen, das Holz kann atmen. Kratzer können einfach lokal angeschliffen und nachgeölt werden.
Lackiertes Holz: Ein Holzlack bildet eine geschlossene, widerstandsfähige Schicht. Die Oberfläche ist sehr pflegeleicht und unempfindlich gegenüber Flüssigkeiten. Bei tiefen Kratzern ist die Reparatur allerdings aufwändiger, da oft die ganze Fläche behandelt werden muss.


- Die Leiter ist zu steil und unbequem – ein tägliches Ärgernis.
- Das Geländer ist zu niedrig (unter 90 cm) und vermittelt ein unsicheres Gefühl.
- Die Holzoberfläche wurde nicht oder nur unzureichend geschliffen – ein Paradies für Splitter.
Der gemeinsame Nenner? Am Komfort und den letzten Details zu sparen. Gerade die Dinge, die man täglich berührt und benutzt, entscheiden über die Freude am Projekt.

Bei Kindermöbeln ist die europäische Norm EN 747 für Hoch- und Etagenbetten der Goldstandard für Sicherheit. Sie schreibt unter anderem feste Absturzsicherungen und spezifische Abstände vor.
Auch wenn Sie selbst bauen: Orientieren Sie sich an diesen professionellen Standards. Das bedeutet: Ein Geländer von mindestens 16 cm Höhe über der Matratze und Abstände bei den Geländerstäben, die so eng sind, dass kein Kinderkopf hindurchpasst (maximal 7,5 cm).

Sichtbare Schraubenköpfe und Metallwinkel müssen kein Makel sein. Im Gegenteil: Machen Sie die Konstruktion zum Teil des Designs! Der Einsatz von schwarzen Schlossschrauben auf hellem Holz, die bewusste Sichtbarkeit von Balkenverbindern oder ein Geländer aus industriellem Wasserrohr verleihen Ihrer Mezzanine einen authentischen Loft-Charakter. Dieser „ehrliche“ Stil feiert die Handwerkskunst, anstatt sie zu verstecken.

- Ein leuchtendes Gelb oder ein tiefes Blau kann die Mezzanine als „Raum im Raum“ definieren.
- Ein dunklerer Ton an der Decke über der Mezzanine kann die Deckenhöhe optisch senken und so für eine besonders kuschelige Atmosphäre sorgen.
Der Trick? Nutzen Sie Farben, um Zonen zu schaffen. Mit den hochwertigen, pigmentreichen Farben von Farrow & Ball oder Little Greene erzielen Sie eine besondere Farbtiefe und eine edle, matte Oberfläche.

Die Herausforderung: Eine Treppe, die sicher ist, aber kaum Platz wegnimmt.
Die Lösung: Eine sogenannte „Sambatreppe“ oder „Raumspartreppe“. Durch ihre charakteristisch ausgesparten Stufen benötigt sie bei gleicher Höhe nur etwa die halbe Grundfläche einer normalen Treppe. Sie ist ein cleverer Kompromiss aus Sicherheit und minimalem Platzbedarf, ideal für den Zugang zu einer Mezzanine.

Laut einer Umfrage des Portals Houzz ist „ungenügender Stauraum“ einer der Hauptgründe für Unzufriedenheit in den eigenen vier Wänden.
Ihre Mezzanine-Konstruktion ist die perfekte Gelegenheit, dieses Problem zu lösen. Planen Sie von Anfang an integrierte Lösungen: Regale in den stützenden Pfosten, ausziehbare Schubladen in den Treppenstufen oder ein maßgefertigter Schrank unter dem höchsten Punkt des Giebels.

Kann ich eine Mezzanine auch in einem Raum mit normaler Deckenhöhe (ca. 2,50 m) bauen?
Ja, aber der Zweck verschiebt sich. Anstatt eines zweiten Wohnbereichs schaffen Sie eher eine „Kojen“-Situation. Eine solche Konstruktion in 1,50 m Höhe kann eine gemütliche Schlafebene beherbergen, während darunter perfekt ein Schreibtisch oder eine Kommode Platz findet. Der Schlüssel ist, den unteren Bereich nicht zu erdrücken und die Konstruktion so filigran wie möglich zu halten.

Holzpfosten: Die klassische, warme und meist günstigste Variante. Sie fügen sich natürlich in viele Einrichtungsstile ein und können leicht in der passenden Farbe gestrichen werden.
Stahlträger: Erlauben bei gleichem Querschnitt oft größere Spannweiten und wirken filigraner. Perfekt für einen modernen, industriellen Look, erfordern aber präzisere Planung und Befestigung.
Die Wahl hängt von der gewünschten Ästhetik und den statischen Anforderungen ab.
Vergessen Sie nicht die Akustik. Ein großer, hoher Raum kann schnell hallig und ungemütlich klingen. Die zusätzliche Ebene Ihrer Mezzanine hilft bereits, den Schall zu brechen. Verstärken Sie diesen Effekt mit textilen Elementen: ein dicker Teppich auf dem Mezzanine-Boden, schwere Vorhänge vor den Fenstern oder sogar Akustikpaneele aus Filz oder Holz an einer Wand. Das verbessert nicht nur den Klang, sondern steigert auch die gefühlte Wohnlichkeit enorm.